Adolph Kolping

Der Gesellenvater

Wer war Adolph Kolping?

Pionier als Sozialreformer, bedeutender katholischer Publizist und volksnaher Seelsorger – all das war Adolph Kolping. Als Gesellenvater ist er bis zum heutigen Tage wohlbekannt, sein Beispiel wirkt in mehr als 60 Ländern der Erde fort.

Als viertes Kind eines Schäfers in Kerpen nahe Köln geboren, wuchs Kolping in ärmlichen Verhältnissen auf. Nach seiner Handwerkerlehre als Schuhmacher und seiner Gesellenprüfung arbeitete Kolping zehn Jahre in diesem Beruf. Angesichts der oft menschenunwürdigen Lebensbedingungen der meisten Handwerksgesellschaften reifte in dieser Zeit in Kolping der Gedanke, sein Leben neu zu ordnen.

Priester und Gesellenvater

So beschloss er im Alter von 23 Jahren, das Gymnasium zu besuchen, um anschließend Priester zu werden. Am 13. April 1845 empfing Adolph Kolping in der Minoritenkirche in Köln die Priesterweihe. Als Kaplan führte ihn sein Weg nach Wuppertal, wo er den von Johann Georg Breuer gegründeten Gesellenverein kennenlernte. Im Juni 1847 wurde Kolping zum Präses des Vereins ernannt und erkannte in diesem Zusammenschluss ein geeignetes Mittel, jungen Handwerksgesellen fern der Heimat soziale Unterstützung, Geselligkeit und religiösen Halt zu geben.

Adolph Kolping, Pädagoge und Gesellenvater
Der Gründer des Kolpinghauses, Adolph Kolping

Die Kolping-Idee zieht Kreise

Kolping war bestrebt, diese Idee weiterzutragen und kehrte dafür zurück nach Köln, wo er 1849 den Kölner Gesellenverein gründete. Am 1. Januar 1850 zählte der Verein bereits 550 Mitglieder, und bald wurden auch in anderen Städten Gesellenvereine nach diesem Vorbild gegründet.

Bis zu seinem Tod am 4. Dezember 1865 entstanden mehr als 400 Gesellenvereine in Deutschland und in vielen anderen Ländern Europas.

Somit ist Adolph Kolping Initiator der katholischen Sozialbewegung und entscheidender Wegbereiter der katholischen Soziallehre.

1991 wurde Adolph Kolping durch Papst Johannes Paul II. selig gesprochen.

Kolping als Publizist

Kolpings Ideen und Visionen fanden in einer Vielzahl an schriftlichen Werken ihren Niederschlag. Adolph Kolping war wohl der erste katholische Priester im Deutschland des 19. Jahrhunderts, der die Presse als Instrument zeitgemäßer Seelsorge verstanden und genutzt hat. Er erkannte, dass katholische Interessen und Positionen in den Zeitungen und Zeitschriften unterrepräsentiert waren. Deshalb wies er immer wieder auf die Notwendigkeit hin, gute Presseartikel aus katholischer Sicht herauszugeben und unter den Leuten in Umlauf zu bringen.

„Die Katholiken Deutschlands sollen nach Kräften dafür sorgen, dass sie würdig in der öffentlichen Presse vertreten sind, trotz… zum Teil bitteren Erfahrungen sollen sie mit allen Kräften bedacht sein, eigene, selbstständige und tüchtige Zeitungen zu gründen.“ – Adolph Kolping

1849 gab Kolping jährlich den katholischen Volkskalender in einer Auflage von ca. 14.000 Exemplaren heraus.

Seit 1854 engagierte sich Adolph Kolping als Verleger, Schriftleiter und Redakteur der „Rheinischen Volksblätter“. Mit 16 Seiten für über 6.000 Abonnenten erreichte er wöchentlich etwa 30.000 Leser.

Kolpings publizistische Tätigkeit hatte zum Ziel, die Menschen seiner Zeit im christlichen Geiste zu bilden und zu erziehen, den Gesellenverein bekannt zu machen und zu verbreiten, und nicht zuletzt auch die finanziellen Mittel für seine vielfältigen Aufgaben als Priester und Präses des Gesellenvereins zu beschaffen.

Mit Adolph Kolping begann vor über 160 Jahren eine Idee, die durch das Kolpingwerk heute in 61 Ländern der Erde gelebt wird und in vielfältiger Weise weitergetragen wird. Unzählige Frauen und Männer ließen und lassen sich vom Glaubens- und Lebensbeispiel Adolph Kolpings begeistern und motivieren.

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