Künstler wohnen im Kolpinghaus Salzburg – Interview mit Jessie Kohn

Jessie Kohn auf der Vernissage am 10.8.2017 (Credit: Mona Eder)

Jessie Kohn auf der Vernissage am 10.8.2017 (Credit: Mona Eder)

Der austro-amerikanische Portrait-Künstler Jessie Kohn wohnt im Kolpinghaus Salzburg und steht für die offene, inspirierende Atmosphäre in unserem Haus. Am 10.8.2017 gestaltete Jessie Kohn eine Vernissage in der Raiffeisen Bank Bergheim. Natürlich hat sich das Team des Kolpinghaus Salzburg diesen spannenden Abend nicht entgehen lassen! – Wir haben das Kunst-Event genossen und unseren Gast Jessie Kohn im Anschluss zu einem persönlichen Interview gebeten:

Jessie Kohn, am 10.8. haben Sie in Salzburg eine Vernissage mit Schwerpunkt „Portraits“ gestaltet. Was reizt Sie an Salzburg als Platz für Kunstevents?

Salzburg habe ich schon immer als „Kunst-Stadt“ wahrgenommen. Schon in meiner Kindheit, als ich am musischen Gymnasium aufgenommen wurde, habe ich erfahren, dass Salzburg eine kulturell offene Stadt ist. Egal ob bildende, darstellende oder musische Kunst – hier wird Kultur gefördert. Man braucht nur am Festspielhaus und den zahlreichen Galerien vorbeigehen, um zu merken, dass Salzburg eine Stadt der Künste ist.

Können Sie unseren Lesern Ihren künstlerischen Stil und die Motivation für Ihr künstlerisches Schaffen näherbringen?

Im Gegensatz zu vielen aktuellen Künstlern verfolge ich nicht nur eine Stilrichtung, sondern befasse mich mit mehreren Stilen. Das rührt aus meiner Vergangenheit in der Illustration, weil ein guter Illustrator immer mehrere Stile beherrschen muss. Jeder neue Stil stellt für mich eine Herausforderung dar. Als Künstler wächst man genau an diesen neuen Aufgaben. Die Motivation für meine Werke kommen aus meinem „Drive“ heraus, andere Menschen glücklich zu machen! Ich sehe meine Talente als reines Geschenk Gottes, das ich in diesem Leben ausborgen und verwenden darf, um der Welt einen positiven „Change“ zu geben.

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Facettenreich: Portraits von Jessie Kohn (Credit: Mona Eder)

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Credit: Mona Eder

Welche Menschen portraitieren Sie in Ihren Werken?

Da ich als selbstständiger Künstler in der Wahl meiner Motive völlig frei bin, versuche ich jene Menschen zu portraitieren, die einen guten Einfluss auf die Gesellschaft haben oder hatten. Ich stelle immer wieder fest, dass mir meine Arbeit leichter fällt und ich mich besser in mein Gegenüber hineinversetzen kann, wenn ich mit dessen Einstellung zum Leben einverstanden bin. Ich portraitiere sie dann äußerst leidenschaftlich! Obwohl ich mich selbst nicht limitiere, welche Personen ich portraitiere, tendiere ich zu Musikern, weil Musik mein Herz berührt.

Sie sind öfter Gast im Kolping Hostel Salzburg – was reizt Sie an diesem Haus?

Ich wohne jetzt das zweite Jahr im Kolpinghaus Salzburg und komme immer wieder gerne zurück, weil hier jeder so freundlich ist. Ich fühle mich im Kolpinghaus tatsächlich wie zuhause. Ein weiteres wichtiges Argument ist die Lage: In gut zehn Minuten bin ich im Zentrum von Salzburg.

Im Kolping Hostel Salzburg schätzt man eine weltoffene Atmosphäre. Empfinden Sie die Offenheit im Haus auch als künstlerisch inspirierend?

Ja tatsächlich ist es auch diese Weltoffenheit im Kolpinghaus, die mich immer wieder hierher zurückzieht. Das macht für mich den Reiz des Hauses aus. Weil das Kolpinghaus nicht nur ein Studenten- und Schülerheim, sondern auch ein Hostel und Hotel ist, wohnen hier Gäste unterschiedlichster Herkunft und Nationalität. Das ist eine große Inspiration. Für mich als Portrait-Künstler ist es sehr spannend, täglich so viele unterschiedliche Gesichter zu sehen.

Sie bezeichnen sich selbst als austro-amerikanischen Künstler. Wie beeinflusst diese kosmopolitische Prägung Ihre Arbeit und woher rührt diese eigentlich?

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Credit: Mona Eder

Das Aufwachsen in den USA und in Österreich prägt meine Arbeit und auch meine Motive sehr stark. Ich bin auf beiden Kontinenten gut vernetzt. Viele meiner Portraits sind Prominente aus den USA und Menschen, die ich dort treffe. Ich kann meine Arbeiten sowohl in Österreich, als auch in den USA ausstellen. Wenn man sich sowohl in Europa und den USA zuhause fühlt, fällt einem das Arbeiten auf beiden Kontinenten leichter. Die Organisation von Ausstellungen ist mit einem persönlichen Netzwerk in beiden Ländern wesentlich einfacher.

Was schätzen Sie an Salzburg als Stadt und warum sollte man die Mozartstadt unbedingt besuchen?

Man braucht wirklich nur einen Blick von der Kolpinghaus Dachterrasse auf die Stadt werfen, um sich davon zu überzeugen wie bezaubernd diese Stadt ist. Ich mache das eigentlich täglich und ich werde dem Ritual auch nicht müde. Wunderschön sind die massiven Berge, welche die Stadt quasi umschließen. Diese Mischung aus städtischer Urbanität und Naturerlebnis ist sehr selten. Salzburg ist eine sehr gepflegte Stadt und die frische Bergluft kann man auch direkt in der Stadt genießen. Für Radfahrer ist Salzburg wirklich perfekt – man kommt schnell von A nach B. Die Architektur der Mozartstadt ist unvergleichlich. Hier reihen sich Stadthäuser an die Barockbauten der Salzburger Fürsterzbischöfe – einfach wunderschön!