Das Salzburger Kolpinghaus

Über unsere Geschichte

Von den Anfängen bis heute

Die Geschichte der Kolping-Idee in Salzburg reicht über 160 Jahre zurück. Man schrieb den 12. Mai 1852, als Adolph Kolping auf seiner Österreich-Reise im Gasthaus „Zum Elefanten“ in der Sigmund-Haffner-Gasse jungen Handwerkern seine Ideen und Absichten vortrug. Von da an nahm der Kolping-Verein in Salzburg Schritt für Schritt seinen Ausgang. Im Theologieprofessor Anton Schöpf fand Kolping einen begeisterten Freund, der sich rasch bereit erklärte, das Präsesamt des neugegründeten Gesellenvereins zu übernehmen.

Unter Leitung von Dr. Schöpf wurde das erste Heim des katholischen Gesellenvereins im Bruderhof erbaut. Das Haus existiert heute noch, dient aber anderen Zwecken.

Kolping in Salzburg

Schon im Jahr 1892 begann der Nachfolger von Präses Schöpf, der aus Salzburg stammende Univ.-Dozent Dr. Franz Anthaller, mit dem Neubau des Gesellenhauses in der Franz-Josef-Straße. Nach nur zweijähriger Bauzeit konnte es von den Mitgliedern des Vereins und wandernden Handwerksburschen bezogen werden.

Das Kolpinghaus Salzburg wurde in den folgenden Jahren ein wichtiges Zentrum, nicht nur für die Kolpingbewegung und die Wandersgesellen, sondern darüber hinaus auch für die Stadt und ihre BewohnerInnen. Tausende junge Handwerker fanden hier eine zweite Heimat, die ihnen die Möglichkeit zur beruflichen Fortbildung bot. Auch solche Handwerker, die nur kurz in Salzburg waren, fanden hier Unterkunft und Verpflegung.

Der erste Weltkrieg unterbrach diese erste wichtige Phase blühenden Lebens im Kolpinghaus.

Nach Kriegsende übernahm Präses Zeiß in einer wirtschaftlichen sehr schwierigen Zeit die Leitung des Hauses. Alle – Präses, Personal und Vereinsmitglieder – halfen zusammen, damit das Gesellenhaus überhaupt überleben konnte. In der Zeit der Weltwirtschaftskrise und der großen Arbeitslosigkeit wurden im Kolpinghaus bis zu 60 Burschen gratis verköstigt.

Der damals sehr bekannte und geschätzte Präses Giglmayer versuchte alles, um den Arbeitslosen sinnvolle Beschäftigungen zu vermitteln.

Nach der Machtübernahme der NSDAP in Österreich im März 1938 wurde der Verein wegen „staatsfeindlicher Haltung“ aufgelöst, Präses Giglmayer kurzfristig in Schubhaft genommen und das Kolpinghaus von der NS-Gauleitung an das Deutsche Rote Kreuz verkauft. Am 17. November 1944 erhielt es bei einem Fliegerangriff einen Volltreffer in die Ecke Franz-Josef-Straße/Haydnstraße. Ein Drittel des Hauses wurde völlig zerstört und der Rest so schwer beschädigt, dass es fast völlig unbewohnbar wurde.

Steinrelief aus dem alten Salzburger Kolpinghaus in der Franz-Josef-Straße
Darstellung der Philosophie Adolph Kolpings

Die Nachkriegszeit

Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Gesellenvereine in „Kolpingsfamilie“ und die Gesellenhäuser in „Kolpinghäuser“ umbenannt. Damit wurde der Realität Rechnung getragen, dass es kaum mehr wandernde Gesellen gab.

Dem außerordentlichen Engagement von Präses Völk ist es zu verdanken, dass bereits im Jahr 1947 wieder Burschen in das Kolpinghaus einziehen konnten. In den fünfziger und sechziger Jahren waren es Präses Grell und der sehr beliebte Präses Felber, die zur weiteren Erneuerung beitrugen und das Haus durch Aufstockung und verschiedene Umbauten der Zeit anpassten.

In den folgenden Jahren haben sich Prof. Krispler, Karl Pöckl und Dr. Alois Weidlinger mit ihrer Kraft um das Kolpinghaus und die Jugendlichen bemüht. Zu Beginn der neunziger Jahre traf die Kolpingsfamilie die wichtige Entscheidung, das alte Kolpinghaus zu verkaufen. Die erforderlichen Mittel für die notwendige Generalsanierung wären nicht aufzubringen gewesen – fast hundert Jahre hatte dieses Haus bestanden.

Eröffnung des neuen Kolpinghauses

Es ist dem unermüdlichen Einsatz des damaligen Präses Zack und dem Vorstand der Kolpingsfamilie zu verdanken, dass der Grundstein für das neue Kolpinghaus nach jahrelangen Verhandlungen und Überwindung bürokratischer Hemmnisse im Frühjahr 1997 endlich gelegt werden konnte. In nicht einmal zweijähriger Bauzeit wurde das Haus in Salzburg-Itzling fertiggestellt und am 13. September 1998 eröffnet. Am 9. November 1998 wurde es von Erzbischof Dr. Georg Eder und Landeshauptmann Dr. Franz Schausberger offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Aus dem einstigen Gesellenhaus im Bruderhof und späteren Kolpinghaus in der Franz-Josef-Straße wurde nun ein neues, freundliches und modernes Kolping-Jugendwohnheim. Über 200 jugendliche Lehrlinge, SchülerInnen, BlockberufsschülerInnen und StudentInnen leben hier und fühlen sich wohl. Und all jene, die sich um das Wohl dieser jungen Menschen kümmern, haben die Worte Adolph Kolpings im Sinn: „Wer die Jugend gewinnen will, muss sein Herz zum Pfande geben.“

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